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Elektrorevision

Elektrorevision
 

Die Brandschadenstatistik der Schadenversicherer weist bei rund 33 Prozent der registrierten Brände als ursache Elektrizität aus. Die Schäden entstehen u. a., weil Errichtungsbestimmungen für elektrische Anlagen nicht beachtet werden, die Wartung unzureichend durchgeführt wurde oder weil Geräte defekt oder überlastet sind. Auch mangelhafte Installation oder Beschädigungen durch äußere Einflüsse, zum Beispiel auch durch Tiere, können zu einem Brand führen. Behörden und Versicherer fordern deshalb für gewerbliche Risiken eine Elektrorevision, d. h. regelmäßige Prüfungen der elektrischen Anlagen.

Die gesetzlich-behördlichen Bestimmungen

In den aktuellen gesetzlich-behördlichen Bestimmungen (berufsgenossenschaftliche Vorschrift BGV A3) wird verlangt, dass Prüfungen der elektrischen Anlagen durch eine entsprechend ausgebildete und ausgerüstete Elektrofachkraft vorgenommen werden müssen und für Sonderbauten wie Hochhäuser oder Krankenhäuser eine Prüfung mit zusätzlichen Anforderungen durchgeführt wird. Für die Prüfungen gelten nachstehenden Prüffristen:

Prüfgegenstand Prüffrist
Elektrische Anlagen und ortsfeste  Betriebsmittel
4 Jahre
Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel in Betriebsstätten und Anlagen besonderer Art 

1 Jahr
Ortsveränderliche BetriebsmittelRichtwert 6 Monate, bei geringer Fehlerquote max. 1 Jahr; für Büros u. ä. max. 2 Jahre

Die vertraglichen Bestimmungen der Versicherer

Für definierte gewerbliche Risiken im Summenbereich über 2,5 Millionen Euro Versicherungssumme und für industrielle Risiken im Summenbereich über 10 Millionen Euro Versicherungssumme vereinbart die Allianz mit ihren Versicherungsnehmern in der Feuerversicherung eine sogenannte Elektrorevisionsklausel. Sie verlangt eine jährliche Prüfung der elektrischen Anlage durch einen von einer qualifizierten Zertifizierungsstelle anerkannten Sachverständigen. Die Bestimmungen sehen einen von der VdS Schadenverhüttung GmbH anerkannten Sachverständigen vor. Über diese Prüfung wird ein Zeugnis erstellt. Festgestellte Mängel und Abweichungen von den anerkannten Regeln der Elektrotechnik (DIN, VDE), die eine erhöhte Brandgefahr darstellen oder hierzu führen können, müssen in der gesetzten Frist beseitigt werden. Auf die nächstfällige Prüfung kann verzichtet werden, wenn keine Mängel festgestellt wurden.

Wichtig: Die Nichtbeachtung der Revisionsbestimmungen kann den Versicherungsschutz gefährden. Um den Versicherungsnehmer vor finanziellen Verlusten zu schützen, sollten die Bestimmungen in einem Beratungsgespräch thematisiert werden. Im Folgenden finden Sie Fragen und Antworten, die Ihnen bei einem solchen Gespräch nützlich sein können.

Häufig gestellte Fragen
 

Häufig gestellte Fragen

Warum sieht die Revisionsklausel einen von der VdS Schadenverhüttung GmbH anerkannten Sachverständigen vor?

Er ist ein neutraler, hoch qualifizierter, unabhängiger Dritter, der vom Ergebnis seiner Prüfung keinen finanziellen Vorteil hat, und zu einer ständigen Aus- und Fortbildung verpflichtet ist. Er prüft die gesamte elektrische Anlage nach Richtlinien des VdS Schadenverhüttung GmbH. Als Ergebnis der Prüfung stellt der Sachverständige einen Befundschein mit einer Beurteilung der Gesamtanlage aus. Die Befund-Kategorie "a" - also Anlage in gutem Zustand, ist zwar keine Garantie für Schadenfreiheit infolge von Elektrizität, zeigt aber, dass ein derartiger Schaden eher unwahrscheinlich ist.

Warum vereinbart die Allianz mit dem Versicherungsnehmer kürzere Fristen für die Prüfung der elektrischen Anlage, als sie beispielsweise durch die BGV A3 vorgesehen sind?

Elektrische Anlagen sind im normalen Betrieb kontinuierlichen Veränderungen ausgesetzt. Sie entstehen durch äußere Einflüsse wie zum Beispiel thermische, mechanische oder chemische. Aber auch durch normalen Verschleiß aufgrund von üblichen Betriebsvorgängen wie durch Schalt- und Steuervorgänge oder kurzzeitige Überlastungen. So können sie in erheblich kürzeren Fristen als vier Jahren zu einer Brandschadenursache werden.

Warum ist eine Prüfung nach BGV A3 aus Sicht der Allianz nicht ausreichend?

Der Prüfumfang und die Anforderungen nach BGV A3 liegen erheblich unter dem der Elektrorevisionsklausel. Zudem ist der Befundschein nach VdS 2229 auch für einen Laien verständlich geschrieben und lesbar. Die in der BGV A3 festgesetzte Prüffrist für elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel von vier Jahren ist bei normalem Betrieb zu lang bemessen. Es wird zum Beispiel auch keine Temperaturmessung mittels Infrarot-Thermometer (Pyrometer) verlangt, mit deren Hilfe Schwachstellen in Anschlussbereichen, Energiekabeln und Oberflächen von Betriebsmitteln erkannt werden.

Erkennt die Allianz einen E-Check des Elektrofachbetriebes an?

Der E-Check ist ein anerkanntes Prüfsiegel der Elektrofachbetriebe für die elektrische Installation und für elektrische Geräte. Er wird vor allem für Wohngebäude und Gewerbebetriebe angeboten und beinhaltet keinen fest definierten Prüfumfang und keine fest definierten Prüffristen. Ein E-Check kann auch eine Energiesparberatung umfassen, die nichts mit einer Elektrorevision gemein hat. Nur wenn im E-Check-Prüfprotokoll der Prüfumfang gemäß BGV A3 nachweislich dokumentiert wird, genügt er den gesetzlichen Anforderungen. Aber auch hier gilt, dass der Prüfumfang nach der Elektrorevisionsklausel nicht erreicht wird.

    Kontakt

    Datum: 23.04.2009

    Herausgeber: HV München: F Sach Regio

    Autor: Thomas Nowacki

    Rückfragen an: Werner Häp

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