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Leben: Produktinformationen zu 05/2012

In dieser Information für Geschäftspartner möchten wir Sie über die Ausgestaltung der Tarife in einer Übergangsphase bis zur Einführung gesetzlich vorgeschriebener Unisex-Tarife informieren:

Allianz Leben führt mit dem Update 05/2012 der Allianz Beratungs- und Verkaufssoftware Leben online und offline neue Tarife ein. Bei diesen sogenannten "Übergangstarifen" werden je nach Geschlecht und Vorsorgebereich automatisch die für den Kunden grundsätzlich günstigeren Tarife verwendet, d. h. entweder die bisher gültigen Rechnungsgrundlagen oder die Rechnungsgrundlagen, die den Grundsätzen der Unisex-Kalkulation bereits entsprechen.

Ausgangslage: Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) und Auswirkungen bei Allianz Leben
 

Das EuGH-Urteil vom 01.03.2011 legt für Versicherer mit dem sogenannten "Unisex-Urteil" fest, dass bei Neuabschlüssen ab dem 21.12.2012 Beiträge und Leistungen für Frauen und Männer geschlechtsunabhängig kalkuliert werden müssen. Für die Produktkalkulation bedeutet dies, dass geschlechtsspezifische Merkmale (insbesondere eine höhere Lebenserwartung bei Frauen) nicht mehr berücksichtigt werden dürfen.

Bei gleichen Leistungen hat der Umstieg auf Unisex-Tarife ab spätestens 21.12.2012 grundsätzlich folgende Auswirkungen auf die Beiträge:

Vorsorgebereich Männer Frauen
AltersvorsorgeBeitrag steigtBeitrag sinkt
Hinterbliebenenvorsorge/ RisikolebensversicherungBeitrag sinktBeitrag steigt
Berufsunfähigkeits-vorsorgeBeitrag steigtBeitrag sinkt
PflegevorsorgeBeitrag steigtBeitrag sinkt

Das Urteil gilt im Privatkundengeschäft für Neuabschlüsse ab 21.12.2012. Für den Bestand ergeben sich keine Auswirkungen.

Auswirkungen des Urteils auf die betriebliche Altersversorgung (bAV):
Die bAV ist nicht unmittelbar vom EuGH-Urteil betroffen. Dennoch gehen wir wie viele Experten davon aus, dass das Risiko einer mittelbaren Betroffenheit der bAV sehr hoch ist und daher für Zusagen ab dem 21.12.2012 geschlechtsneutrale Tarife verwendet werden müssen. Rechtssicherheit in der bAV kann nur eine Entscheidung des EuGH oder eine Regelung des Gesetzgebers bringen. Allianz Leben führt in der bAV für das Neugeschäft ab spätestens 21.12.2012 als Standard ebenfalls Unisextarife ein. Damit gehen Arbeitgeber für Zusagen ab dem 21.12.2012, die auf Leistungen aus einem Versicherungsvertrag Bezug nehmen, kein Risiko ein, dass "benachteiligte" Arbeitnehmer höhere als die versicherte Leistung gegen sie geltend machen können. Für die bis zum 21.12.2012 erteilten Zusagen ergeben sich auch in der bAV für den Bestand keine Auswirkungen.

Neue Tarife für die Übergangsphase bis zur Einführung von gesetzlich vorgeschriebenen Unisex-Tarifen
 

1. Allianz Beratungs- und Verkaufssoftware Leben Update 05/2012: "Übergangstarife" für die Übergangsphase.

Mit dem Update 05/2012 führt Allianz Leben neue Tarife, die sogenannten "Übergangstarife", ein. Die "Übergangstarife" sehen vor, dass automatisch

  • für das Geschlecht, für das sich die Beiträge unter Unisex grundsätzlich reduzieren werden, bereits heute mit geschlechtsneutralen (Unisex-)Rechnungsgrundlagen kalkuliert wird.
  • umgekehrt für das Geschlecht, für das sich die Beiträge unter Unisex grundsätzlich erhöhen werden, weiterhin mit den bisherigen geschlechtsspezifischen Rechnungsgrundlagen kalkuliert wird.

Beispiel: Eine Frau, die eine PrivatRente abschließt, erhält den "Übergangstarif" mit geschlechtsneutralen Unisex-Rechnungsgrundlagen und einem günstigeren Beitrag als bisher. Ein Mann behält beim Übergangstarif die bisherigen geschlechtspezifischen Rechnungsgrundlagen und bezahlt den gleichen Beitrag wie bisher (seit Tarifreform 01/2012).

Das bedeutet für Sie insbesondere, dass Sie das Thema Unisex bei den Geschlechtern und Vorsorgebereichen, bei denen sich durch Unisex grundsätzlich Preisverbesserungen ab dem 21.12.2012 ergeben, bereits vorziehen und in 2012 ansprechen können.

Zu erkennen ist die jeweils verwendete Kalkulationsgrundlage, soweit darstellbar, in den Verkaufsunterlagen an folgenden textlichen Erläuterungen:

RechnungsgrundlagenErläuterungstext:
Geschlechtsneutral (Unisex) "Die Berechnung erfolgte auf Basis von Rechnungsgrundlagen, die den Grundsätzen der Kalkulation von Unisex-Tarifen entsprechen."
Geschlechtsspezifisch"Die Berechnung erfolgte auf Basis geschlechtsspezifischer Rechnungsgrundlagen."

Diese Textangaben finden Sie im "Persönlichen Vorschlag" ("Datenblatt") sowie im Antrag grundsätzlich im Anschluss an den Ausweis der Gesamtkostenquote bzw. vor der Leistungsdarstellung.

Aus technischen Gründen erfolgt keine Nennung der Kalkulationsgrundlage bei

  • Partnertarifen
  • Hinterbliebenenrenten
  • Ausbildungspolicen
  • Kinderprodukten
  • Produkten mit 2 versicherten Personen

2. Auswirkungen des "Übergangstarifs" im Privatgeschäft und in der bAV

Für die jeweiligen Geschlechter ergeben sich im Rahmen des "Übergangstarifs" grundsätzlich (grds.) folgende Auswirkungen (Beispiele):

Vorsorgebereich Änderungen durch den "Übergangstarif"
Männer Frauen
AltersvorsorgeKeine ÄnderungenGrds. günstigere Beiträge:
Beitragsvorteil ca. 2 - 3 % zum bisherigen Tarif 2012
RisikoLebensversicherung
AZL
Günstigere Beiträge:
RisikoLebensversicherung L0:
Beitragsvorteil ca. 5 - 8 %.
Lebenslange RisikoLebensversicherung L1:
Beitragsvorteil ca. 2 - 4 %, jeweils zum bisherigen Tarif 2012
Keine Änderungen
Selbstständige
Berufsunfähigkeitsvorsorge
Keine ÄnderungenGrds. günstigere Beiträge:
Beitragsvorteil ca. 1 - 5 % zum bisherigen Tarif 2012
PflegeRente gegen EinmalbeitragKeine ÄnderungenGünstigere Beiträge:
Beitragsvorteil ca. 1 - 5 % zum bisherigen Tarif 2012

Mit den Übergangstarifen erfolgt die Berechnung auf Basis von Rechnungsgrundlagen, die Grundlage bei den spätestens zum 21.12.2012 eingeführten Unisex-Tarifen sind. Das Angebot ist für den Kunden grundsätzlich günstiger als bisher. In manchen Fällen, z. B. in der Kombination von Bausteinen, bei denen sich ein Baustein verbilligt und sich der andere verteuert, können sich aber auch Verteuerungen gegenüber heute (seit Tarifreform 01/2012) ergeben. Dies kann zum Beispiel in folgenden Fällen passieren:

  • Altersvorsorge in Kombination mit Kapital bei Tod (siehe 3a)
  • Hinterbliebenenvorsorge in Kombination mit Berufsunfähigkeitsvorsorge (siehe 3a) und
  • Selbstständige BerufsunfähigkeitsPolice SBU mit niedrigem Endalter.

3. Besonderheiten:

a) Zusatzbausteine
Bei Bausteinkombinationen folgen eingeschlossene Zusatzbausteine der Systematik des Hauptbausteins. Beispiele:

Kombination (z. B.) MännerFrauen
Altersrente + Kapital bei Tod (R1C) oder Altersrente + Berufsunfähigkeitsvorsorge (R2BR)Geschlechtsspezifische Grundlagen für die gesamte KombinationUnisex-Grundlagen für die gesamte Kombination
RisikoLebensversicherung + BerufsunfähigkeitsvorsorgeUnisex-Grundlagen für die gesamte KombinationGeschlechtsspezifische Grundlagen für die gesamte Kombination

Bitte beachten Sie die Hinweise unter 2.2.

b) KörperSchutzPolice
Die KörperSchutzPolice wird aufgrund der bereits bisher bestehenden nur geringen Beitragsdifferenz zwischen Männern und Frauen bereits im "Übergangstarif" mit geschlechtsneutralen (Unisex-)Rechnungsgrundlagen kalkuliert.

c) RisikoLebensversicherung L0(DL)
Bei der RisikoLebensversicherung L0(DL) wird aufgrund der bereits sehr guten Preis- und Wettbewerbsposition kein "Übergangstarif" angeboten, d. h. es wird bis zum 20.12.2012 unverändert die geschlechtsspezifische Männer- und Frauen-Kalkulation angewandt (zum 21.12. werden auch bei der L0(DL) Unisex-Rechnungsgrundlagen verwendet).

d) RiesterRenten
Bei RiesterRenten ergeben sich grundsätzlich keine Änderungen, da diese bereits auf geschlechtsneutrale (Unisex-)Rechnungsgrundlagen kalkuliert sind (geringfügige Abweichungen zum bisherigen Tarif sind aufgrund einer leichten Modifizierung der Sterbetafel in manchen Fällen möglich).

e) Invest4Life
Die Invest4Life wird zu 05/2012 nicht verändert.

Übergangsphase in der betrieblichen Altersversorgung (bAV)
 

Auch in der bAV werden als Standard über alle Durchführungswege hinweg "Übergangstarife" eingeführt mit folgenden Ausnahmen:

  • Pensionsfonds Leistungszusagen
  • Liquidations-Direktversicherung
  • Zeitwertkonten

Information der Gruppenvertragspartner in der bAV
Wie bei Tarifreformen üblich werden die Gruppenvertragspartner aktionsweise Mitte Mai über die Tarifänderungen ("Übergangstarife") zu 05/2012 beim Neuzugang zu bestehenden bAV-GrVV informiert.

Übergangsphase: Hinweise zur Policierung
 

Es gilt der Grundsatz, dass Anträge mit dem beantragten Tarif policiert werden, d. h. bereits eingereichte und noch nicht policierte Anträge werden nicht automatisch auf den "Übergangstarif" umgestellt. Hintergrund ist u. a., dass wir den Kundenwunsch (zum Beispiel ist gleicher Beitrag/gleiche Summe gewünscht) nicht automatisch interpretieren können.

Auf expliziten Kundenwunsch kann eine Umstellung für noch nicht policierte Anträge oder Verträge in der Widerrufsfrist vorgenommen werden. Bitte reichen Sie uns hierfür bis spätestens 31.05.2012 bzw. innerhalb der Widerrufsfrist eines bereits policierten Vorgangs einen unterschriebenen Neuantrag postalisch (nicht elektronisch per VerDi - da dieser sonst als Neuantrag policiert wird) ein. Unter Nebenabreden vermerken Sie bitte, dass ein Tarifwechsel der entsprechenden Vertragsnummer auf den "Übergangstarif" gewünscht wird. Sollte der Antrag noch nicht policiert sein, geben Sie bitte vorab in der Telefonie Bescheid, dass ein entsprechender Neuantrag unterwegs ist und der vorher eingereichte Antrag nicht policiert werden soll. Wir stellen den Antrag bzw. den bestehenden Vertrag in der Widerrufsfrist dann auf die neu beantragten Konditionen um.

Abschlusscourtage und Bewertung
 

Bitte beachten Sie, dass bestehende Verträge nicht umgestellt werden können. Falls es zu einem Storno eines solchen Vertrages und zu einem Neuabschluss kommt, gelten die üblichen Regelungen bezüglich "Storno und Neuabschluss".

Ergänzend gelten die besonderen Courtagebestimmungen Leben.

Neue Erhöhungsoption in der betrieblichen Altersversorgung
 

In den Bedingungen der Direktversicherung und der Pensionskasse wird eine neue Option zur Erhöhung des Beitrags eingeführt. Zusätzlich werden die Grenzen für die Zuzahlung im Fall der Vervielfältigung erweitert.

Verkaufsanwendungen
 

Allianz Beratungs- und Verkaufssoftware Leben online und offline

Die beschriebenen Produktneuerungen erhalten Sie mit dem Update 05/2012.

Bitte beachten Sie folgende Besonderheiten bei Vorschlägen, welche Sie vor dem Update 05/2012 abgespeichert haben:

Wird ein gespeicherter Antrag mit dem Status "Antrag vollständig" direkt aus der Vorgangsverwaltung versendet, behält dieser die bisherigen Konditionen. Wenn ein Antrag mit dem Status "Freigegeben zum Versand" noch einmal geöffnet wird, ändert sich ebenfalls nichts an den zu versendenden Daten und es sind auch keine Änderungen mehr durch den Anwender möglich.

Öffnen Sie einen gespeicherten Antrag mit dem Status "Antrag vollständig", wird dieser durch das erneute Speichern automatisch zum "Übergangstarif". Sollte die Umstellung vom Kunden nicht gewünscht werden, bitten wir Sie, uns den ursprünglichen Originalvorschlag und den ursprünglichen, unterschriebenen Antrag auf dem Papierweg einzureichen, damit nach alten Konditionen policiert werden kann. Bitte verzichten Sie auf eine parallele elektronische Versendung per VerDi.

Neue Drucksachen-Artikel
 

Die neu aufgelegten Drucksachen-Artikel finden Sie hier. Entsprechende gleichnamige Drucksachen-Artikel mit veralteter Versionsnummer dürfen nicht mehr verwendet werden.

Folgende Drucksachen-Artikel wurden für Sie neu aufgelegt
ArtikeltextArtikelnummer (Version)
Verkaufschart ÜbergangstarifeMML--0029Z0 (00)[ansehen]
Antrag RiesterRente Klassik /
Invest alpha-Balance / IndexSelect
AVP--0511Z0 (31V)[ansehen]
Antrag Kurzantrag RiesterRente KlassikAVP--0591Z0 (20V)[ansehen]
Antrag Allianz RiesterRente IndexSelectAVP--0595Z0 (06V)[ansehen]
Antrag auf Abschluss einer Allianz RiesterRenteGV---0345Z0 (18V)[ansehen]
Antrag MetallRente.RiesterGV-MR0511Z0 (13V)[ansehen]
Antrag Universalantrag Leben PrivatL----0121Z0 (21V)[ansehen]
    Kontakt

    Datum: 09.05.2012

    Herausgeber: L/K-MVZB-C

    Branche: Leben_Übergreifend

    Sachgebiet: Einzelleben/Produkte/Tarife (40.2)

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