Mittelständler in der Haftungsfalle
Viele Firmen sind im Umbruch und stoßen in neue Geschäftsfelder vor – mit unbekannten Risiken. Die Allianz ist vorbereitet und bietet mit neuen Policen den passenden Schutz.
Text: Heimo Fischer
Risikofaktor Robotik: Schon ein versäumtes Software-Update kann zu Produkthaftungsschäden führen
Seit 36 Jahren im Versicherungsgeschäft hat Jürgen Prang einiges erlebt. Besonders gut erinnert sich der Haftpflichtexperte des Maklerbüros BüchnerBarella an einen Glasfaserspezialisten, der nebenbei auch Kunststoffklammern produzierte. Heiße Ware, im wahrsten Wortsinn: Die Klammern sollten Brennstäbe in Atomkraftwerken fixieren. „Ich traute meinen Ohren nicht“, sagt Prang. Würde eine dieser Klammern tatsächlich ein Atomunglück auslösen, wäre der Schaden unkalkulierbar. Deshalb schließen Versicherer Nuklearrisiken grundsätzlich aus. Der Geschäftsführer des Betriebs wusste das nicht – bis Prang ihn darauf hinwies.
Das Beispiel zeigt, dass selbst das unscheinbarste Bauteil ein Haftungsrisiko sein kann, das für Unternehmenexistenz bedrohend werden kann. Gemeinsam mit Versicherern wie der Allianz prüfen die Spezialist:innen von BüchnerBarella daher genau, welche Risiken in Betrieben lauern.
In einer Zeit globaler Unsicherheit und technologischer Umbrüche, in der viele Mittelständler neue Geschäftsfelder erschließen, gilt das ganz besonders. So richten derzeit etwa zahlreiche Autozulieferer ihr Geschäft neu aus: Sie setzen auf Elektromobilität oder liefern künftig an die Rüstungsindustrie. Dazu führen sie neue Fertigungsverfahren ein, mit denen sie oft wenig Erfahrung haben. Entsprechend schwer lassen sich die damit verbundenen Risiken einschätzen.
Hinzu kommen neue Rechtsvorschriften wie die europäische Produkthaftungsrichtlinie. Sie nimmt Unternehmen stärker in die Pflicht, wenn etwa Bauteile nicht einwandfrei funktionieren. Dadurch können die Schadenssummen steigen – ein Risiko, das Firmen wie Versicherer künftig berücksichtigen müssen.
Neue Haftungsrisiken bringt auch die neue KI-Verordnung der EU. Sie legt zum Beispiel strenge Pflichten für Anbieter fest, die Software-Updates an von ihnen ausgelieferten Produkten vornehmen. Die Regeln sind extrem komplex und variieren je nach Risikoklasse. Nur Fachleute blicken da durch.
Risikofaktor Strukturwandel: Neue Märkte zu erschließen, verändert auch das Risikoprofil. Viele Autozulieferer zwingt dies zu einer Neubewertung.
Neue Tarife, mehr Flexibilität
Um diesen veränderten Bedingungen Rechnung zu tragen, hat die Allianz ihr Haftpflichtangebot für den Mittelstand neu strukturiert. Der Markt erfordert heute zum Teil höhere Deckungssummen als früher“, sagt Thomas Wright, der bei der Allianz neue Haftpflichtprodukte für den Mittelstand entwickelt. Die Unternehmen verlangen außerdem mehr Flexibilität anstelle starrer Angebote. Daher hat die Allianz die neue MidCorp-Haftpflichtversicherung in drei Produktlinien eingeteilt, die mehr Wahlfreiheit bieten als bisher (Details).
Aber auch für die neuen Policen muss das Risikoprofil bewertet werden, womit kleinere Betriebe oft überfordert sind. Daher spüren Makler wie BüchnerBarella potenzielle Gefahren vor Ort auf und sichern sie gemeinsam mit der Allianz ab. Das können Ölfässer sein, die am falschen Ort stehen, oder Leuchtstoffröhren, die beim Platzen Glassplitter in die Lebensmittelproduktion rieseln lassen könnten. „Es gibt viele Haftpflichtfallen, die man nur mit Erfahrung erkennt“, sagt Ulrich Darge, Teamleiter von BüchnerBarella am Standort Herne. Deshalb gehen seine Expertinnen und Experten bei jeder Kund:in einmal im Jahr gemeinsam mit der Geschäftsleitung durch den Betrieb und nehmen alles unter die Lupe – von der Warenannahme über die Produktion bis zur Qualitätsprüfung.
„Es gibt viele Haftpflichtfallen, die man nur mit Erfahrung erkennt.“
Ulrich Darge, Teamleiter bei BüchnerBarella
Gemeinsam bewerten und handeln
Welche Police zu welchem Betrieb passt, klären die Expert:innen von BüchnerBarella in Absprache mit dem Versicherer. Seit zehn Jahren arbeitet Darge dabei eng mit Allianz Underwriter Carsten Hoffmann zusammen. Gemeinsam bewerten sie Risiken und handeln angemessene Prämien aus. „Wir arbeiten nicht nur miteinander, wir verstehen uns auch persönlich sehr gut“, sagt Hoffmann.
Viele kleinere Versicherungsmakler:innen haben jedoch keine eigenen Haftpflichtexperten wie Darge. Dann kommt neben dem Underwriter der Account Manager ins Spiel. Für die BüchnerBarella Gruppe ist das Johannes Frey, der jeden der 20 deutschen Standorte regelmäßig besucht. Er kennt sich in allen Sparten aus, kann also auch wertvolle Tipps zur Sachversicherung geben, die dem Maklerhaus neue Ansätze für die Beratung liefern. Umgekehrt fließen die Rückmeldungen der Makler:innen in die Produktentwicklung der Allianz ein.
Eine Haftpflichtversicherung ersetzt nicht nur Schäden – sie hilft auch, Ansprüche abzuwehren. Vor allem bei Rückrufen können Forderungen astronomisch hoch sein. Versicherungsmakler Prang erinnert sich an einen Betrieb, der als Nebengeschäft kleine Metallteile für Motoren stanzte. Jahresumsatz der Sparte: 17.000 Euro. Als sich ein Teil als fehlerhaft erwies, löste der Autobauer einen Rückruf aus und forderte 135 Millionen Euro. Zum Glück hatte die Firma eine Rückrufkostenversicherung abgeschlossen. Die Allianz prüfte, einigte sich mit dem Autobauer auf eine Schadensumme von drei Millionen Euro – und zahlte.
Solche Extremfälle sind selten, doch sie zeigen, wie selbst ein unscheinbares Bauteil zum enormen Haftungsrisiko werden kann. Für Mittelständler wird es darum immer wichtiger, ihre Risiken regelmäßig zu überprüfen. Makler und Versicherer helfen, Gefahren früh zu erkennen und abzusichern, bevor aus einem minimalen Problem ein maximaler Schaden wird.
Gute Lösungen für alle Beteiligten
Produkthaftung sei immer eine Grauzone, sagt Prang, die finanziellen Folgen seien schwer abschätzbar. So können Imageschäden entstehen, die das Geschäft über Jahre beeinträchtigen. Ihm ist es daher wichtig, möglichst gute Lösungen für alle Beteiligten zu finden. „Lächelnd geht allerdings keine Partei aus einem Schaden heraus“, sagt Prang. Auch deshalb sei Prävention so wichtig. Und das über viele Jahre gewachsene Vertrauen zu seinen Kolleg:innen bei der Allianz.
„Wir arbeiten nicht nur miteinander, wir verstehen uns auch persönlich.“
Carsten Hoffmann, Underwriter bei der Allianz

