08.10.2026
Ausgabe 2/2026
»Vertrauen ist das Wichtigste«
Kundennähe, Verlässlichkeit und langfristige Beziehungen sind für Christiane Krüger die Grundlage nachhaltigen Erfolgs.
Seit 2010 führt sie das Unternehmen ihres Vaters weiter.
Christina Krüger ist Gesellschafterin und Geschäftsführerin der Marwede Assekuranz Vermittlungs-GmbH in München. Die Volkswirtin berät seit mehr als 30 Jahren mittelständische Firmen und Gewerbetreiben de. Gemeinsam mit drei Mitarbeitenden, darunter zwei ihrer Söhne, arbeitet sie daran, das von ihrem Vater gegründete Familienunternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen – auf Basis von persönlichen Kundenbeziehungen und Vertrauen.
Vernetzen Sie sich auf LinkedIn mit Christiane Krüger hier.
Was macht Sie als Mensch und Unternehmerin aus?
Ich arbeite direkt, zuverlässig und zielführend – langes Diskutieren liegt mir nicht, Entscheidungen treffen hin gegen schon.
Welche Entscheidung würden Sie heute anders treffen?
Nach Entscheidungen schaue ich nach vorn, nicht zurück. Wichtig ist, daraus zu lernen. Sie stehen noch einmal ganz am Anfang.
Welcher andere Weg könnte Sie begeistern?
Mich würden die Rückversicherung und die Einschätzung großer Risiken, etwa bei Naturkatastrophen, sehr reizen.
Was macht Ihr Unternehmen besonders?
Seit mehr als 50 Jahren und mittlerweile in dritter Generation bauen wir auf das, was uns am wichtigsten ist: das Vertrauen und die Empfehlungen unserer Kundinnen und Kunden.
Was war Ihre weiseste Entscheidung?
Immer berufstätig zu sein – auch als Mutter von drei Söhnen. Es war mir immer wichtig, meine Unabhängigkeit zu bewahren.
Was bedeutet für Sie Erfolg?
Mein Leben aus eigener Kraft heraus und selbstbestimmt leben zu können. lange alles selbst zu machen, war mein größter Fehler.
Vor welcher Entscheidung würden Sie sich gern drücken, wenn Sie könnten?
Vor keiner. Entscheidungen gehören für mich zum Unternehmertum. Leben aus eigener Kraft heraus und selbstbestimmt leben zu können.
Was war der Moment, in dem Sie wussten: Das ist mein Weg?
Die Nähe zu Menschen hat meine Begeisterung für diesen Beruf von Anfang an geprägt und tut es bis heute.
Was erwarten Sie von Ihren Kindern und Enkeln – und was nicht?
Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Verantwortung. Welchen Weg sie gehen, entscheiden sie selbst. Umso mehr freut es mich, dass zwei meiner drei Söhne bereits im Betrieb sind.
Was tun Sie, um den langfristigen Bestand der Firma zu sichern?
Wir setzen auf Zufriedenheit, ein starkes Team, klare Prozesse und die nächste Generation, sowohl bei uns in der Firma als auch im Kundenkreis.
Unter welchen Umständen würden Sie über einen Verkauf nachdenken?
Eine familiäre oder interne Nachfolge wäre immer die bevorzugte Lösung. Nur wenn die nicht möglich wäre, kämen andere Optionen infrage.
Was sind Ihre drei wichtigsten Vertriebsschwerpunkte?
Wohnungsbau und Immobilienverwaltung, Industriezulieferer sowie die nächste Unternehmergeneration und gehobene Privatkundinnen und -kunden.
Welche werden es in zehn Jahren sein?
Wir verändern uns beständig mit unseren Kundinnen und Kunden. Wohin die Reise geht, halten wir uns bewusst offen.
Welche Gesetze oder Regeln würden Sie sofort einführen, wenn Sie könnten?
Eine echte bürokratische Entlastung für den Mittelstand durch einfache und digital umsetzbare Verfahren.
Was ist für Sie die größte Herausforderung bei der digitalen Transformation?
Neue Systeme neben dem Tagesgeschäft sinnvoll einzuführen, ohne dabei die Menschen aus dem Blick zu verlieren.
Ist Künstliche Intelligenz (KI) für Sie eher Chance oder Herausforderung?
Eine Chance: weniger Aufwand für Verwaltung, mehr Zeit für persönliche Beratung. Welches Ihrer Geschäftsfelder wird es in zehn Jahren nicht mehr geben? Keines grundsätzlich. Risiken verändern sich, aber das Bedürfnis nach Sicherheit und Beratung bleibt.